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Ratgeber · Briefe vom Finanzamt

Brief vom Finanzamt bekommen? So liest du ihn

Von PortoDoc · Stand · 9 Min. Lesezeit

Illustration: Ein riesiger amtlicher Brief mit drei blau umrahmten Stellen, auf die kleine Figuren mit Stift, Lupe und Kalender zeigen.

Schau zuerst auf vier Dinge: Datum, Steuernummer, Betreff und einen Betrag mit Zahlungsfrist. Die meisten Briefe vom Finanzamt folgen demselben Muster, auch wenn sie voller Fachbegriffe stecken. Wenn du weißt, wo diese Angaben meist stehen, siehst du schnell, was das Finanzamt von dir will.

Auf dieser Seite

Wo steht was im Brief?

Die Tabelle ist eine Orientierung, keine feste Regel: Finanzämter nutzen unterschiedliche Vorlagen. Diese Wörter siehst du meist, und dort stehen sie meist:

Begriffe im Brief vom Finanzamt, was sie bedeuten und wo sie meist stehen
Wort im BriefWas es bedeutetWo es meist steht
Finanzamt (mit Ortsname)Der Absender: das Finanzamt mit Name und AnschriftOben links, im Briefkopf
SteuernummerDeine Steuernummer bei diesem Finanzamt. Gib sie bei jeder Antwort und jeder Zahlung anIm oberen Teil, nahe beim Datum
Aktenzeichen, GeschäftszeichenEin Akten- oder Bearbeitungszeichen. Nicht jeder Brief hat einsIm oberen Teil, neben der Steuernummer
DatumDas Datum des Schreibens. Der Tag der Bekanntgabe wird ab der Aufgabe zur Post gerechnetOben rechts
BetreffWorum es geht. Beispiel: „Bescheid für 2025 über Umsatzsteuer“ ist ein Umsatzsteuerbescheid für 2025Fett gedruckt über dem ersten Satz
BetragEin Betrag: Steuer, die du zahlen sollst, oder eine ErstattungIm Berechnungsteil des Briefs
Bitte zahlen Sie bis …Die Zahlungsfrist: bis zu diesem Tag zahlenBeim Betrag, den du zahlen sollst
BankverbindungDas Konto des Finanzamts für deine ZahlungIm Briefkopf, in der Fußzeile oder bei der Zahlungsaufforderung
RechtsbehelfsbelehrungWelcher Rechtsbehelf zulässig ist, binnen welcher Frist und wo du ihn einlegstGegen Ende des Briefs

Die Einspruchsfrist läuft ab der Bekanntgabe, nicht ab dem Tag, an dem du den Brief liest. Ein schriftlicher Bescheid, der im Inland mit der Post kommt, gilt am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben, bei Post ins Ausland einen Monat nach der Aufgabe zur Post; das gilt nicht, wenn er nicht oder später angekommen ist (§ 122 Abs. 2 AO). Mehr dazu im Ratgeber Fristen beim Finanzamt und Zugangsfiktion.

Welche Briefarten sind typisch?

Betreff und erster Absatz verraten meist, welche Art Brief du vor dir hast. Diese fünf sind häufig:

  • Steuerbescheid

    Deine Steuer wird festgesetzt

    Setzt deine Steuer fest, zum Beispiel für ein Jahr. Er kommt schriftlich oder elektronisch, nennt die Steuer nach Art und Betrag und wer sie schuldet und enthält eine Belehrung, welcher Rechtsbehelf zulässig ist, binnen welcher Frist und bei welcher Behörde (§ 157 Abs. 1 AO). Einspruch kannst du innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe einlegen (§ 355 Abs. 1 AO).

    § 157 AO · § 355 AO

  • Erinnerung

    Die Steuererklärung fehlt

    Das Finanzamt wartet noch auf eine Steuererklärung. Kommt sie nicht, kann es einen Verspätungszuschlag festsetzen (§ 152 AO), die Steuer in einem Schätzungsbescheid schätzen (§ 162 AO) und die Abgabe mit Zwangsmitteln wie einem Zwangsgeld durchsetzen (§ 328 AO). Das einzelne Zwangsgeld darf 25.000 Euro nicht übersteigen (§ 329 AO).

    § 152 AO · § 162 AO · § 328 AO · § 329 AO

  • Mahnung

    Eine Zahlung ist offen

    Eine Steuer ist nicht bezahlt. Vor der Vollstreckung soll das Finanzamt in der Regel mit einer Zahlungsfrist von einer Woche mahnen (§ 259 AO). Für jeden angefangenen Monat der Säumnis kommt ein Säumniszuschlag von 1 % der rückständigen Steuer hinzu, abgerundet auf den nächsten durch 50 Euro teilbaren Betrag (§ 240 Abs. 1 AO). Bei bis zu drei Tagen Säumnis wird er nicht erhoben, außer bei Zahlung in bar oder per Scheck (§ 240 Abs. 3 AO).

    § 259 AO · § 240 AO

  • Auskunftsersuchen, Anforderung von Unterlagen

    Das Finanzamt will Auskunft oder Belege

    Du musst dem Finanzamt die Auskünfte geben, die es braucht, um einen für die Besteuerung erheblichen Sachverhalt festzustellen (§ 93 Abs. 1 AO). Im Ersuchen muss stehen, worüber du Auskunft geben sollst (§ 93 Abs. 2 AO). Auf Verlangen legst du Bücher, Aufzeichnungen, Geschäftspapiere und andere Urkunden vor (§ 97 Abs. 1 AO). Du wirkst bei der Ermittlung mit; Vorgänge im Ausland musst du selbst aufklären und die Beweismittel beschaffen (§ 90 AO).

    § 93 AO · § 97 Abs. 1 AO · § 90 AO

  • Prüfungsanordnung

    Eine Außenprüfung kommt

    Kündigt eine Außenprüfung an und bestimmt ihren Umfang. Sie kommt schriftlich oder elektronisch, mit Rechtsbehelfsbelehrung (§ 196 AO). Die Prüfungsanordnung, der voraussichtliche Beginn und die Namen der Prüfer müssen dir angemessene Zeit vor Beginn bekannt gegeben werden, wenn der Prüfungszweck dadurch nicht gefährdet wird (§ 197 Abs. 1 AO). Machst du wichtige Gründe glaubhaft, kannst du beantragen, den Beginn zu verlegen (§ 197 Abs. 2 AO).

    § 196 AO · § 197 AO

Wohnst du außerhalb von EU und EWR, oder sitzt deine Firma dort, kann noch ein Brief kommen: die Aufforderung, innerhalb einer angemessenen Frist einen Empfangsbevollmächtigten in Deutschland zu benennen. Benennst du niemanden, gilt ein Brief einen Monat nach der Aufgabe zur Post als zugegangen, außer es steht fest, dass er später oder gar nicht ankam (§ 123 AO). Was das bedeutet und wie du reagierst: Empfangsbevollmächtigter für das Finanzamt.

Was tust du als Nächstes?

  1. 01Datum notieren. Schreib dir das Datum des Schreibens auf und bestimm den Tag der Bekanntgabe: bei Post im Inland der vierte Tag nach der Aufgabe zur Post (§ 122 Abs. 2 AO).
  2. 02Art erkennen. Lies Betreff und ersten Absatz: Bescheid, Erinnerung, Mahnung, Auskunftsersuchen oder Prüfungsanordnung?
  3. 03Betrag und Zahlungsfrist prüfen. Such den Betrag und „Bitte zahlen Sie bis …“. Ein Einspruch hält die Zahlung allein nicht auf (§ 361 Abs. 1 AO).
  4. 04Frist in deinen Kalender eintragen. Für einen Einspruch ist das ein Monat nach Bekanntgabe (§ 355 Abs. 1 AO), für eine Anfrage das Datum im Brief. Jede Frist prüfst du (oder dein Steuerberater) selbst.
  5. 05Steuernummer angeben. Schreib die Steuernummer auf jede Antwort und zu jeder Zahlung.
  6. 06Bei Zweifeln Steuerberater fragen. Vor allem, bevor du Einspruch einlegst oder wenn ein Betrag nicht stimmt. Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information, keine Steuerberatung.
  7. 07Auf Deutsch antworten. Die Amtssprache ist Deutsch (§ 87 Abs. 1 AO). Reichst du Unterlagen in einer anderen Sprache ein, kann das Finanzamt eine Übersetzung verlangen (§ 87 Abs. 2 AO).

KI-Hilfen mit PortoDoc: In jedem Tarif bekommst du eine englische KI-Übersetzung, je nach Tarif auch eine KI-Zusammenfassung: Hilfen, keine Steuerberatung – es gilt das Original. Ab dem Tarif Business markiert ein KI-Fristenhinweis mögliche Fristen: ebenfalls eine unverbindliche Hilfe, jede Frist prüfst du (oder dein Steuerberater) selbst. Wie das bei einem echten Steuerbescheid aussieht, beschreibt unser Blogartikel zum Steuerbescheid auf Deutsch.

Echter Brief oder Betrug?

Erst prüfen, dann zahlen: Kommt dir ein Brief seltsam vor, prüf ihn so:

  • Vergleiche Absender, Steuernummer und Bankverbindung mit den Angaben auf der offiziellen Seite des Finanzamts.
  • Such die Telefonnummer selbst auf dieser Seite heraus und ruf beim Finanzamt an, wenn du unsicher bist.
  • Ignorier eine überraschende Forderung nicht. Sie kann echt sein: Fehlen Erklärungen, darf das Finanzamt die Steuer schätzen (§ 162 AO).

Wie PortoDoc das löst

  1. 01Adresse: Du meldest dich an und bekommst deine Postanschrift in Ahrensburg bei Hamburg mit deiner persönlichen PD-Nummer. Sie ist eine Zustelladresse für Briefpost, keine Geschäfts-, Sitz- oder Impressumsadresse.
  2. 02Benennung: Du unterschreibst die Vollmacht mit § 123 AO. Unter „Für das Finanzamt“ zeigt dir dein Konto genau, was du einträgst. Beim Finanzamt benennst du PortoDoc selbst, zum Beispiel im Fragebogen zur umsatzsteuerlichen Erfassung.
  3. 03Scan: Das Finanzamt schreibt an uns. Wir scannen jeden Brief, und du bekommst eine Nachricht. Der Brief liegt als PDF in deinem Konto.
  4. 04KI-Zusammenfassung: In jedem Tarif bekommst du dazu eine englische KI-Übersetzung, je nach Tarif auch eine KI-Zusammenfassung: unverbindliche Hilfen, keine Steuerberatung – es gilt das Original.
  5. 05Deine Antwort: Du oder dein Steuerberater antworten dem Finanzamt. Erklärungen, Steuerberatung und Fristenkontrolle übernehmen wir nicht.

PortoDoc ist ein Dienst der Postuvio UG (haftungsbeschränkt), Am Tiergarten 10-12, 22926 Ahrensburg. Die Briefe kommen in Ahrensburg (Schleswig-Holstein) an; die Daten liegen auf Servern in der EU (Hetzner, Finnland).

Häufige Fragen

Wie lange kann ich gegen einen Steuerbescheid Einspruch einlegen?

Einen Monat nach Bekanntgabe (§ 355 Abs. 1 AO). Ein Bescheid, der im Inland mit der Post kommt, gilt am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben (§ 122 Abs. 2 AO). Die Rechtsbehelfsbelehrung im Bescheid nennt den zulässigen Rechtsbehelf, die Frist und die Behörde.

Muss ich trotz Einspruch zahlen?

Meist ja: Ein Einspruch hält die Erhebung der Steuer allein nicht auf (§ 361 Abs. 1 AO). Du kannst beantragen, die Vollziehung auszusetzen (§ 361 Abs. 2 AO); ob das in deinem Fall sinnvoll ist, klärst du mit deinem Steuerberater.

Was ist der Unterschied zwischen Erinnerung und Mahnung?

Eine Erinnerung fordert dich meist auf, eine Steuererklärung abzugeben. Eine Mahnung fordert dich auf zu zahlen: Vor der Vollstreckung soll das Finanzamt in der Regel mit einer Zahlungsfrist von einer Woche mahnen (§ 259 AO). Wer zu spät zahlt, zahlt einen Säumniszuschlag: 1 % des auf 50 € abgerundeten Rückstands je angefangenen Monat (§ 240 AO).

Darf ich auf Englisch antworten?

Die Amtssprache der Finanzämter ist Deutsch (§ 87 Abs. 1 AO). Reichst du Unterlagen in einer anderen Sprache ein, kann das Finanzamt eine Übersetzung verlangen (§ 87 Abs. 2 AO). Schreib auf Deutsch oder lass deinen Steuerberater antworten.

Woran erkenne ich, dass der Brief wirklich vom Finanzamt ist?

Vergleiche Absender, Steuernummer und Bankverbindung mit den Angaben auf der offiziellen Seite des Finanzamts. Bist du unsicher, ruf das Finanzamt unter der Nummer von dieser Seite an.

Liest PortoDoc den Brief für mich?

PortoDoc scannt den Brief und legt ihn als PDF in dein Online-Konto. In jedem Tarif bekommst du dazu eine englische KI-Übersetzung, je nach Tarif auch eine KI-Zusammenfassung: unverbindliche Hilfen; maßgeblich ist der Brief selbst. PortoDoc gibt keine Steuerberatung und überwacht keine Fristen.

Nächster Schritt

RATGEBER · 14 MIN. LESEZEIT

Briefarten vom Finanzamt A–Z: Was jeder Brief bedeutet →

Zwölf Briefe vom Finanzamt von A bis Z: die Wörter im Betreff, die Frist, der Paragraf und was du als Nächstes tust.

PortoDoc ist dein Empfangsbevollmächtigter in Deutschland.

Wir nehmen deine Briefe vom Finanzamt in Ahrensburg bei Hamburg entgegen, scannen sie und schicken dir eine Nachricht; die Adresse ist keine Geschäfts-, Sitz- oder Impressumsadresse. In jedem Tarif bekommst du dazu eine englische KI-Übersetzung, je nach Tarif auch eine KI-Zusammenfassung: unverbindliche Hilfen, keine Steuerberatung – es gilt das Original. Starter kostet 19,95 € im Monat; bei monatlicher Zahlung kannst du zum Ende jedes Monats kündigen.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Zuletzt geprüft am · So prüfen wir unsere Angaben

Dieser Ratgeber erklärt die Regeln allgemein. Er ist keine Steuerberatung. Für deinen Einzelfall frag eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.